Wallets, Seed und Adressen
Was eine Monero-Wallet wirklich speichert und warum sie zwei Schlüssel hat
Eine Monero-Wallet speichert keine Münzen, sondern Schlüssel. Alles beginnt mit einer einzigen Zufallszahl, notiert als Seed-Phrase aus 25 Wörtern. Daraus entstehen zwei geheime Schlüssel: der Spend Key (kann ausgeben) und der View Key (kann nur eingehende Zahlungen sehen). Daraus wiederum entsteht deine öffentliche Adresse.
Die Münzen sind nicht in der Wallet
Deine Münzen sind auf der Blockchain verzeichnet – einem gemeinsamen Kassenbuch, das jeder Node kopiert. Die Wallet hält nur das Geheimnis, mit dem du (a) die Outputs im Kassenbuch findest, die dir gehören, und (b) sie ausgeben kannst. Verlierst du das Geheimnis, verlierst du das Geld. Erfährt jemand das Geheimnis, kann er es ausgeben.
Die Seed-Phrase: 25 Wörter
Beim Anlegen einer Wallet wird eine zufällige 256-Bit-Zahl erzeugt. Die ist schwer aufzuschreiben, also macht die Wallet daraus 25 Wörter aus einer Wortliste: 24 Wörter tragen die Zahl selbst, das 25. ist eine Prüfsumme, um Tippfehler zu erkennen. Diese Wörter sind deine Wallet. Jedes Programm kann aus ihnen alles andere wiederherstellen.
Manche Wallets (z. B. Feather) verwenden das neuere Format Polyseed – 16 Wörter, die zusätzlich das Erstellungsdatum der Wallet enthalten (damit sie die Blockchain nicht vom allerersten Block an durchsuchen muss). Die Idee ist dieselbe: Die Wörter sind dein Geld. Mehr dazu unter Seed-Phrasen und Adressen.
Warum zwei Schlüssel?
Bei Bitcoin erledigt ein geheimer Schlüssel alles. Bei Monero sind die Aufgaben aufgeteilt:
| Schlüssel | Was er kann | Wem du ihn geben darfst |
|---|---|---|
| View Key | Eingehende Zahlungen finden und ihre Beträge sehen | Einer Buchhalterin, einem Prüfer, einer „Beobachtungs“-Wallet auf dem Server eines Shops |
| Spend Key | Geld ausgeben (und indirekt ausgehende Zahlungen sehen) | Niemandem |
Diese Aufteilung gibt es, weil eine Monero-Wallet nicht einfach „die Blockchain nach dem Guthaben einer Adresse fragen“ kann – die Adresse steht nicht auf der Blockchain. Die Wallet muss jede neue Transaktion durchsuchen und prüfen: Ist das für mich? Für diese Prüfung reicht der View Key. Deshalb kann man das Durchsuchen an einen Server auslagern, ohne ihm das Recht zum Ausgeben zu geben.
Mit nur dem View Key sieht eine Wallet eingehende Zahlungen, kann aber nicht zuverlässig sagen, welche davon ausgegeben wurden: Dafür muss das Key Image berechnet werden, und das braucht den Spend Key. Deshalb zeigt eine View-only-Wallet ein zu hohes Guthaben an, bis man Key Images in sie importiert. Carrot (kommt mit FCMP++) fügt dafür einen eigenen Schlüssel hinzu.
Hauptadresse und Subadressen
Die Hauptadresse beginnt mit 4 und ist 95 Zeichen lang. Sie allen zu geben ist aber nicht ideal: Leute, denen du dieselbe Adresse gegeben hast, können erkennen, dass zwei Zahlungen an dieselbe Person gingen (zum Beispiel, wenn zwei Plattformen Auszahlungsadressen vergleichen).
Deshalb können Monero-Wallets Subadressen erzeugen, die mit 8 beginnen. Du kannst so viele erzeugen, wie du willst; sie gehören alle zu einer Wallet, und die Subadressen selbst verraten keine Verbindung untereinander. Gute Gewohnheit: eine neue Subadresse für jeden Zahler.
Arten von Wallets
- Full Node + Wallet (offizielle GUI/CLI mit eigenem
monerod) – maximale Privatsphäre: Du lädst die Blockchain selbst herunter und prüfst sie. - Wallet mit Remote-Node (Feather, Cake, Monerujo usw.) – die Wallet lädt Blöcke vom Node eines anderen, durchsucht sie aber selbst. Der Node erfährt deine Schlüssel nicht, sieht aber deine IP und wann du Transaktionen sendest.
- Light Wallet – der View Key wird an einen Server übergeben, der für dich sucht. Bequem, aber der Server sieht alle eingehenden Zahlungen.
- Hardware (Ledger, Trezor) – der Spend Key verlässt nie das Gerät.
Konkrete Empfehlungen findest du auf der Seite Wallets. Willst du sehen, wie es innen funktioniert? Öffne den Schlüsselgenerator – er führt jeden Schritt des Diagramms oben in deinem Browser aus.